Wie funktioniert Nachhaltigkeit mit Kindern? Tipps für den Alltag

Wenn ein Kind gut aufgeklärt ist, ist es der wahrscheinlich beste Umweltschützer, den man finden kann. So zumindest bei uns. Lysander ist hier für uns ein großes Vorbild und zeigt uns so oft, wie man die Dinge besser lösen kann. Er hat bereits maßgeblich dafür gesorgt, dass wir hier deutlich nachhaltiger leben. Ohne ihn wären wir heute wahrscheinlich nicht so weit.

Punkt 1:


Klein anfangen. Jeder Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn es nur damit anfängt gewisse Produkte nicht mehr zu kaufen, bzw. gegen nachhaltigere Produkte einzutauschen. Oder man fängt an, statt einer Plastiktüte eine Stofftasche oder Mehrwegtasche mitzunehmen. Klappt gut, wenn man die Kinder mit zum Einkaufen nimmt und z. B. eine selbst bemalte Stofftasche hat. Finden die Kinder gut und Vergessens vergisst man es auch nicht, weil die Kinder einen immer daran erinnern. Dasselbe kann man für Obst und Gemüsebeutel machen.

Punkt 2:


Essen wegwerfen. War bei uns eine Zeit lang ein großes Thema. Hier muss keiner essen, was er nicht will, was manchmal zu Unmengen an Essensresten geführt hat, die teilweise so zermatscht waren, dass man sie niemandem mehr anbieten kann. Klar erklärt man seinen Kindern, dass sie nur so viel nehmen sollen, wie sie auch essen, doch Kinder können das schlecht einschätzen. Also versuchen wir ohne zu regulieren ein Bewusstsein dafür zu schaffen. In kleinen langsamen Schritten und immer wieder.

Punkt 3:


Mit den Kindern regional einkaufen. Z. B. auf einem Biobauernhof mit halbwegs anständiger Tierhaltung oder auf dem regionalen Markt. Damit die Kinder sehen, wo das Essen herkommt (wenn man nicht selbst anpflanzt), Menschen dafür arbeiten müssen und dass es wachsen muss. Um den Kindern zu zeigen, dass man regional einfach besser einkauft und die Menschen vor Ort unterstützt. Dass online Shopping nicht immer so toll ist, wie es scheint (meine Kinder kennen das bereits). Dabei kann man gut veranschaulichen, was es ausmacht, wenn man kurze Transportwege hat. Ich mache das gerne beim Gemüse und zeige meinen Kindern den Unterschied zwischen Frischem und dem im Supermarkt. Geht prima beim Salat.

Punkt 4:


Müll einsammeln. Wenn man einen Lieblingsplatz hat, oder mehrere, anfangen diese aufzuräumen und zu säubern. Den Kindern vormachen, wie wichtig es ist, denn Müll auch dorthin zu werfen, wo er hingehört. Es ist so essenziell, dass wir ein Bewusstsein dafür schaffen, was wir mit unserer Erde anstellen, wenn wir sie so zumüllen. Kinder haben ein sehr gutes Verständnis dafür und sind mit Begeisterung dabei, wenn sie wissen, dass sie etwas Gutes tun. Ein großer Wunsch von unserem Lysander war es, eine Müllzange zu bekommen, damit er effektiver aufräumen kann. Nachhaltigkeit mit Kindern zu leben kann auch ein prima Beispiel für andere sein.

Punkt 5:


Die Kinder in alle Umweltaktivitäten mit einbeziehen ist auch ein guter Anfang. Langsam aber sicher lernen sie so, wie bedeutend Nachhaltigkeit für unseren Planeten ist. Kinder sind wunderbare Umweltschützer, wenn man sie lässt und sie geben – so bei uns – auch immer wieder neue Anregungen, da sie einfach ein out of the box Denken haben. Vor allem die einfachen Dinge, die sie selbst umsetzen können, werden zu spaßigen Aktivitäten und so lernen die Kinder den richtigen Umgang mit allem, was mit Nachhaltigkeit zu tun hat.

nachhaltigkeit mit kindern

Punkt6:


Die Kinder mit auf Flohmärkte nehmen. So können wir unseren Kindern zeigen, dass man nicht alles neu kaufen muss. Dass wir so viele Dinge im Umlauf haben, dass wir gar nicht mehr wissen wohin damit und es nicht nötig ist, ständig neue Dinge einzukaufen. Gleichzeitig bekommen die Kinder mit, wie viel Geld man einsparen kann, wenn man gutes Gebrauchtes kauft. Wir müssen unseren Kindern unbedingt zeigen, dass höher, schneller, besser und mehr keinen Sinn macht. Dass unser Glück und unsere Zufriedenheit nicht daran auszumachen sind, wie viel wir besitzen. Kinder sind sehr offen und verstehen das auch in jungen Jahren sehr gut. Bei uns ist es zum Hobby geworden, dass wir Dinge recyceln und wiederverwerten. Das macht Spaß und regt die Kreativität an.

Punkt 7:


Reparieren statt wegwerfen. Das macht Kindern besonders großen Spaß, besonders wenn sie selbst Hand an ihre eigenen Dinge legen können. Wenn etwas kaputt geht, erst einmal versuchen es zu reparieren. Sätze wie: “Das kann ich nicht” zählen schon längst nicht mehr, da wir dank dem Internet unzählige Reparaturanleitungen für nahezu alles finden können. Manches kann man natürlich nicht reparieren, doch wo es geht, können wir hier Geld einsparen und uns neue Skills aneignen, was nie verkehrt ist.

Punkt 8:


Upcycling. Auch etwas, das Kindern Spaß macht. Gerade bei Klamotten geht das wunderbar und die Kinder freuen sich, wenn sie Mamas oder Papas ausrangierte Kleider tragen können. Oder dem alten Möbelstück neuen Glanz verleihen. Bei Farbe mit dem blauen Engel können auch die Kinder das ein oder andere Mal Hand anlegen, und wenn das Teil dann auch noch ins Kinderzimmer einziehen darf, ist die Freude doppelt so groß. Nachhaltigkeit mit Kindern kann kreativ werden lassen!

Das sind unsere Ideen, wie ihr mehr Nachhaltigkeit in euren Alltag integrieren und die Kinder daran teilhaben lassen könnt. Ihr werdet sehen, Kinder sind mit absoluter Begeisterung bei der Sache, wenn sie wissen, dass auch sie etwas bewirken können. Kinder haben oft das Gefühl, ihnen sind die Hände gebunden, gerade bei den großen Themen, die augenscheinlich nur die Erwachsenen etwas angehen. Wenn wir aber positive Veränderung schaffen wollen, müssen wir unsere Kinder von Anfang an daran teilhaben lassen und ihnen ein gutes Vorbild sein.

Habt ihr noch mehr Ideen, wie man Nachhaltigkeit mit Kindern leben kann? Lasst es uns wissen und schreibt einen Kommentar!

Alles Liebe wünscht euch Nadine

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