Warum iPad und Co zum unserem Alltag gehören – ja, meine Kinder dürfen vor den Bildschirm.

Ja, unsere Kinder verbringen gerne Zeit vor dem Bildschirm, ebenso wie wir auch. Sie sehen uns damit tagtäglich hantieren und wollen natürlich auch ran. War es am Anfang schwer zu ertragen, meine Kinder vor dem iPad zu sehen, ist es mittlerweile ein normales Bild. Nicht so, wie man sich das nun vermeintlich vorstellt, doch dazu gleich mehr.

Warum gehört es zum Alltag?

Wir arbeiten mit unseren Geräten, wir suchen Routen mit unseren Geräten, suchen neue Ziele heraus, schauen Filme und Serien oder surfen manchmal einfach nur so durchs Netz, auf der Suche nach Informationen und Inspiration. Wir schreiben mit unserer Verwandtschaft über unsere verschiedenen Geräte, wir skypen, whatsappen und telefonieren – alles mit dem Handy, dem iPad, dem Laptop usw.

Und das passiert jeden Tag. Und das ist auch okay so. Diese Geräte gehören zu unserer Welt, genauso wie alles andere uns zur Verfügung stehende. Auch wenn man durch bestimmte Geräte in eine andere Welt eintaucht, gehört es mittlerweile dazu und wir wollen unseren Kindern den Zugriff darauf nicht verwehren. Technik ist Fortschritt und Fortschritt ist Zukunft. Ich will, dass meine Kinder fit für die Zukunft sind, auch wenn das heißt, dass ich ab und zu ertragen muss, wie die beiden vor dem Bildschirm sitzen.

Ich mache es ja schließlich auch. Und man kann es einem Kind schlecht verbieten, wenn man selbst ständig ein Handy in der Hand hat. Was vermittelt man damit? Auf jeden Fall nichts Gutes. Ich darf und du nicht. Hier entsteht eine Kluft, ein Unterschied, der uns voneinander trennt. Denn für das Kind ist es ganz offensichtlich unfair und gemein (was es auch ist!), wenn ein Erwachsener darf und der kleine Mensch nicht – abgesehen von echten Gefahrensituationen, das lassen wir hier einmal außen vor.

ipad

Auf die Zeit kommt es an

Für uns kommt es auf die Zeit an, die unsere beiden vor dem Schirm sitzen. Wir haben manchmal Tage, da legen sie die Geräte kaum aus der Hand. Dafür haben sie dann aber auch ein paar Tage lang so absolut gar kein Interesse mehr daran. Es bleibt also ausgeglichen, und solange wir das so hinbekommen, greifen wir auch nicht ein. Unser Lysander hatte lange Zeit gar keinen Kontakt zu allem, was digital ist, das kam erst als er circa 4/5 Jahre alt war. Eventuell hat er deshalb nicht ganz so großes Interesse daran – abgesehen von seiner Nintendo Switch. Ich denke, das macht auch noch einmal einen großen Unterschied. Unsere Aurelia z. B. hatte schon früh Kontakt damit und fordert das Recht auf das iPad vehement ein. Wenn sie jetzt will, will sie nun einmal jetzt – easy.

Lysander hingegen kommt gut damit klar, wenn es gerade ungünstig ist. Ihm ist es dann egal und er macht einfach etwas anderes – Aurelia nicht. Vielleicht hatte sie zu früh Kontakt damit, was wir allerdings nicht vermeiden konnten. Die Geräte waren immer da, lagen immer irgendwo herum und sie hat auch ihren großen Bruder damit gesehen, klar möchte sie dann auch so schnell es geht an dieser Welt teilhaben.

Regulation?

Wir regulieren nicht. Wir vertrauen unseren Kindern und bieten immer genügend Abwechslung an, sodass keine Langeweile aufkommt. Denn dann greifen sie eher zu einem Gerät! Natürlich ist es bei uns durch die Nähe zur Natur um ein Vielfaches einfacher Alternativen anzubieten. Allerdings denke ich, dass man auch mit einem festen Wohnsitz gute Lösungen finden kann. Bei uns ist es jedenfalls zum Glück nicht nötig zu regulieren, wofür wir sehr dankbar sind.

Ich denke, wenn wir anfangen zu regulieren und zu verbieten, die ganze Sache noch mehr Reiz und Aufmerksamkeit bekommt. Doch genau das wollen wir damit ja nicht unbedingt erreichen, sondern eher das Gegenteil. Zu vertrauen kann auch bedeuten, dass man mit sich hadern muss. Dass man eine Zeit lang zuschauen muss, wie das eigene Kind die Augen nicht mehr vom Bildschirm bekommt. Das ist eben so. Hat man plötzlich Zugang zu etwas Neuem oder eben mehr Zugang als sonst, nutzt man das erst einmal aus. Machen wir Erwachsenen doch auch so, wenn wir einmal ehrlich sind.

Dann heißt es ruhig bleiben und tief durchatmen. Auch das geht (normalerweise!) wieder vorbei. Sobald der kleine Mensch merkt, dass er (oder sie) wie alle anderen Zugang zu den Geräten hat, stellt sich dieses Verhalten ein. Sobald klar ist, Mama und Papa vertrauen mir, muss man auch nicht mehr jede Sekunde vor dem Bildschirm verbringen, weil man nun weiß, dass es jederzeit nach Lust und Laune möglich ist. Schön oder?

Verbote und Regulation haben noch nie zu etwas Positivem verholfen, sondern schon immer das Gegenteil bewirkt. So kommen wir als Menschen nicht voran und schon gar nicht miteinander klar. Wer nimmt sich das Recht heraus, jemand anderem etwas zu verbieten? Für mich klingt das total absurd.

Meine Kindheit mit der Technik

Ich erinnere mich noch gut daran, als mir meine Eltern einen uralten Fernseher mit 3 Programmen ins Kinderzimmer gestellt hatten. Fand ich echt toll, doch durch den permanenten Zugang, war es einfach nicht so interessant. Mein Vater hat mir auch mit 6/7 Jahren einen Rechner ins Kinderzimmer gestellt, fand ich genial und habe ich auch genutzt, doch eben ganz “normal”. Weil ich es selbst bestimmen konnte. Wobei meine Eltern aber auch sehr viel mit uns unternommen haben. Wir waren viel draußen, hatten anfangs einen eigenen Garten vor der Türe und später ein eigenes Grundstück am Waldrand. Trotz, dass ich schon damals mit der Technik aufgewachsen bin, war ich viel draußen und nicht ständig vor der Mattscheibe.

Dafür bin ich aber fit in Sachen Technik, ob Soft- oder Hardware spielt keine Rolle.

Daher sehe ich das mit meinen Kindern vielleicht etwas entspannter als andere Eltern, die das so nicht kennen. Ich habe eben selbst die Erfahrung machen dürfen, bin damals schon so aufgewachsen und kann es so leichter beurteilen.

Wie macht ihr das? Dürfen eure Kinder iPad und Co nutzen oder nicht?

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