Ihr wollt gerne das Vanlife in Spanien ausprobieren, hättet aber gerne ein paar Anhaltspunkte, was die Kosten angeht? Bekommt ihr. Hier und heute.

Vanlife in Spanien – einfach?

Vanlife in Spanien ist generell sehr einfach. Die Menschen hier sind Wohnmobile und Campervans gewohnt, was mancherorts allerdings nicht unbedingt Pluspunkt ist! Es kommt immer darauf an, wie ihr euch verhaltet, was auch ausschlaggebend für das Reisebudget sein kann – dazu später mehr. Solange ihr euch an die Regeln haltet, bleibt alles entspannt und dem Vanlife in Spanien steht nichts im Wege.

Hier soll es rein um das Leben in Spanien gehen, wenn ich nach Informationen sucht, die das generelle Leben im Wohnmobil angehen, schaut hier rein: Leben im Wohnmobil – Kosten und Bilanz. In diesem Artikel haben wir auch alle laufenden Kosten mit eingerechnet, sodass ihr einen Überblick bekommt, was alles auf euch zukommt. Hier begrenzen wir uns auf Spanien.

Kosten für Übernachtungen

Das ist in Spanien eine angenehme Sache. Hier gibt es jede Menge kostenfreie Stellplätze für Camper! Von oben nach unten und von links nach rechts. Ob am Meer, in den Bergen, am Badesee oder in der Stadt. In jeder Ecke findet man einen kostenfreien Stellplatz, oder einen Parkplatz auf dem kostenfreies Stehen geduldet wird. Demnach bezahlen wir für unsere Aufenthalte in Spanien kaum Übernachtungsgebühren.

Diese kostenfreien Stellplätze verfügen meist über einen Frischwasserhahn, man kann sein Grauwasser ablassen und die Toilette leeren. Strom findet man nur auf sehr wenigen dieser Stellplätze, aber auch das gibt es! Auf unserem Youtubekanal findet ihr jede Menge solcher Plätze, da könnt ihr euch einmal anschauen, wie das aussieht.

Freistehen in Spanien

Freistehen wird Spanien auch überwiegend geduldet, aber bitte hinterlasst den Platz so, wie ihr ihn vorgefunden habt, im besten Fall aber noch sauberer. Jedes Jahr gibt es hier unzählige Diskussionen, Streitgespräche, Polizeieinsätze und Co. Das muss nicht sein, wenn wir uns alle anständig verhalten. Campingverhalten ist natürlich ein absolutes No Go! Wenn ihr an solchen Plätzen schlafen wollt, holt eine Decke raus. Picknick ist nicht Camping und völlig in Ordnung. Oder ihr nehmt eure Stühle mit an den Strand, geht auch.

In diesem Buch findet ihr geniale Plätze, die ihr sonst nirgends findet. Meist seid ihr dann auch noch alleine! Wasserfälle, Seen, natürliche Pool, glasklare Flüsse und noch viel mehr! Für alle die Vanlife in Spanien in Betracht ziehen ein Must-Have.

Falls ihr euch nicht sicher seid, was das Freistehen angeht, schaut euch unser Video zur Sicherheit im Wohnmobil an:

Jetzt zu den Camping- und Stellplätzen. Die Kosten haben es sich in Spanien oftmals in sich. Es gilt: je südlicher, desto günstiger. Die Gegend um Barcelona ist deutlich teurer als so manche Gegend in Andalusien. Die Preise für eine Familie mit 2 Kindern und 2 Hunden auf einem gewöhnlichen Stellplatz (Wasser, Abwasser, Toilette, Strom, Dusche & WC, WIFI, eingezäunt) schwanken zwischen 12 und 35 Euro. Teilweise darf man auf diesen Plätzen nicht einmal die Stühle herausholen. Nur wenige Ausnahmen sind günstiger und diese muss man suchen. Schaut euch dieses Video für ein Beispiel an. Hier haben wir 8 Euro/Nacht bezahlt (normalerweise 12 € – Wintersaison & Corona).

Zudem sind genau diese Plätze bis auf wenige Wochen im Jahr absolut überfüllt. Man steht dicht an dicht mit anderen und das ist etwas, was wir nicht unbedingt wollen. Wir finden sie für einen Zwischenstopp ganz gut, vor allem aufgrund des Stromanschlusses. Wer das nicht braucht, dem raten wir eher von solchen Plätzen ab.

Fincas, Höfe & private Projekte

Das gibt es in Spanien in Massen und hier kann man gut und günstig mit den Leistungen eines Stellplatzes übernachten. Oft gibt es Tiere vor Ort oder andere interessante Projekte wie z. B. Töpfern, Permakulturgarten und Ähnliches. Manchmal kann man auch gegen etwas Mithilfe kostenlos übernachten und die Leistungen in Anspruch nehmen.

Wie findet man die besten Stellplätze in Spanien? Mit Park4Night!

Hier findet ihr alles! Von einfachen Parkplätzen, Stellplätzen & Höfen bis zum Campingplatz. Mit Preisen und Kommentaren von Menschen, die bereits dort waren. Besser geht es eigentlich nicht.

Vanlife in Spanien auf dem Campingplatz? Geht auch, ist aber sehr kostenintensiv. Ein ganz normaler Preis pro Nacht für die ganze Familie beläuft sich auf 35 € bis zu 50 €. Für uns ist das einfach zu viel und wir brauchen all die Leistungen eines Campingplatzes nicht. Zudem sind diese in Spanien (vor allem im Sommer) überfüllt und das ist dann kein Spaß mehr. Schön geht anders.

Vanlife in Spanien – Essen & Trinken

Zuerst zum Lebenswichtigen: dem Wasser. Wasser gibt es in Spanien an sich nicht viel, jedoch gibt es in ganz Spanien überall Trinkwasserquellen. Natürliche und städtische. Finden könnt ihr diese über folgende Website: https://drinkingwater.directory

Das Gute: Das Wasser ist kostenlos (ich finde ja, dass das ganz normal sein sollte). Das Schlechte: überprüfen ist dringend notwendig (machen wir mit dem verlinkten Gerät unten), da das Wasser nicht immer einwandfrei ist. Für den Wassertank des Wohnmobils reicht es aber allemal. Das trinken wir sowieso nicht, damit wird abgespült und geduscht.

Wollt ihr auf Nummer sichergehen, gibt es in jedem Supermarkt 6 Liter Plastikflaschen mit Wasser für ca. 60 Cent. Wir haben solche Flaschen immer mit an Bord. Hiermit füllen wir Wasser nach, transportieren es oder bewahren darin das Trinkwasser auf.

Lebensmittel sind in Spanien vergleichsweise sehr günstig, wenn man auf regionale Produkte zurückgreift und nicht auf das, was wir aus Deutschland kennen. Typische Süßigkeiten, wie wir sie kennen, zum Beispiel sind deutlich teurer. Obst & Gemüse dafür überall günstiger. Logisch, wenn man bedenkt, dass das meiste aus Spanien kommt. Spanien ist Europas Gewächshaus, was Fluch und Segen zugleich ist.

Beispiele: ein Kopf Salat im Supermarkt: 69 Cent – auf dem Markt: 30 Cent
Kilo Paprika im Supermarkt: 2,69 € – auf dem Markt: 1,80 €

Frische Waren kauft man am besten auf dem Markt. Im Supermarkt lässt die Qualität zu wünschen übrig und außerdem ist der Markt um einiges billiger (und frischer!). Hier kann auch mal gehandelt werden und die Kinder bekommen oft einen Apfel oder Ähnliches geschenkt. Man kommt in Kontakt mit den Locals und hier und da noch den ein oder anderen Tipp zugesteckt.
Und genau das spart uns eine Menge Geld. Der Kontakt mit den Einheimischen. Wo auch immer wir landen, machen wir neue “Freunde”. So kommen wir an die besten Tipps um das Maximum aus der Region herauszuholen und natürlich wo man was am günstigsten bekommt. Ob es sich dabei um den Einkauf oder den Mechaniker handelt, ist egal. Kontakte vor Ort zahlen sich immer aus! Und da die Menschen im südlichen Teil Europas ein bisschen freundlicher sind, kommt man hier auch schnell in Kontakt. Man muss nur offen sein und bereit auch mal mit Händen und Füßen zu sprechen.

Märkte findet ihr, indem ihr bei Googlemaps “Mercado” eingebt. Dann wird euch die lokale Markthalle in der Umgebung angezeigt. Je früher man kommt, desto mehr Auswahl hat man. Doch je später man kommt, desto mehr bekommt man für sein Geld, als kleiner Tipp am Rande.

vanlife in spanien

Vanlife in Spanien – Kosten für Unternehmungen

Typische Touristenattraktionen sind in Spanien sehr teuer. Der Eintritt pro Person in einen Freizeit- oder Wasserpark beläuft sich auf 30 bis 40 Euro. Für eine ganze Familie ist man hier schnell mal 200 Euro los. Auch Museumsbesuche und andere kulturelle Hinterlassenschaften sind nicht günstig! Für den Eintritt einer Person ist man oft bei 15 € plus minus.

Tipp: Wenn ihr eure Reise schon lange im Voraus plant, schaut doch auf die Websites der Attraktionen, die ihr gerne besuchen wollt. Freizeitparks haben bestimmte Tage, an welchen der Eintritt günstiger ist, oder auch spezielle Zeiten. Museen und Co haben an mehreren Tagen im Jahr “Tag der offenen Tür”, an welchen der Eintritt völlig kostenlos ist. Vorher auf der Website nachschauen lohnt sich! Da kann man gut bis zu 80 € Eintritt sparen.

Fahrtkosten – Sprit & Maut

Beides sehr billig in Spanien. Wenn ihr nach Spanien aufbrecht, versucht es mit dem Tank so zu timen, dass ihr in Spanien volltanken könnt. Im Europavergleich ist der Sprit in Spanien sehr billig und das ist für uns natürlich genial. Aktuell im Juli 2020: unter einem Euro an Billigtankstellen, bis zu 1,15 € an normalen Tankstellen. Hier gibt es “normale” Tankstellen und günstigere. Manche Supermärkte haben hauseigene Tankstellen, die Sprit zum Discountpreis raushauen. Macht euch das zunutze (Kreditkarte von Vorteil).

Mautstraßen meiden wir generell. In Spanien fällt die Maut wirklich ins Gewicht und ist zudem nicht nötig. Überall gibt es gut befahrbare Nationalstraßen und außerdem sieht man hier mehr. Die Autobahnen in Spanien sind mehr als langweilig (ich hab sie alle durch). Vor allem wenn man an der Küste unterwegs ist, wäre es eine Schande die Autobahn zu nehmen. Spanien hat so tolle Küstenstraßen, die auch mit dem Wohnmobil gut befahrbar sind. Hinter jeder Ecke wartet eine neue wunderschöne Aussicht auf Küste und Meer, eindeutig mehr Fahrspaß.

Die Maut könnt ihr online berechnen/nachlesen: https://www.autopistas.com/tarifas-y-descuentos/tarifas/

Mobiles Internet in Spanien

Nichts einfacher als das. Es gibt zwei Anbieter, die wir euch empfehlen können. Simyo und Digimobil. Bei Simyo bekommt ihr für 30 € 40 GB im Monat (es gibt für 2-3 € einen Social Media Bonus). Und bei Digimobil bekommt ihr für 20 € 30 GB. Mit beiden Anbietern haben wir gute Erfahrungen gemacht und hatten noch keine Empfangsprobleme.

Was ihr tun müsst: Schnappt euren Reisepass oder Personalausweis und geht zu einem der Shops. Die Shops findet ihr hier: Digimobil und Simyo

Ihr müsst nichts weiter tun als zu sagen, welchen Tarif ihr wollt und die Mitarbeiter des Shops erledigen den Rest. Ihr bekommt die SIM-Karte aktiviert und einsatzbereit. Einsetzen könnt ihr sie in das Smartphone (als Hotspot nutzen, nicht empfehlenswert) oder in einen mobilen WLAN-Router. Wir hatten diesen hier aus dem Video, der immer prima funktioniert hat. Mittlerweile haben wir den Vorgänger, den wir nicht empfehlen können!

Kleinkram

Das ist natürlich sehr unterschiedlich. Kauft man hier und da eine Postkarte, Souvenirs oder sonstigen Schnickschnack (bei uns aufgrund der Kinder manchmal Einiges) kommen da schon einmal ein paar Euros zusammen. Genaue Angaben kann man hier nicht machen, das ist zu verschieden. Jedoch haben wir hier pro Monat ungefähr 50 € reserviert.

Kleidung, Kosmetik & Genussmittel

Kleidung und Kosmetik lasse ich außen vor. Generell kann man hier in Spanien auf den Märkten günstig davonkommen. Wir recyceln unsere Kleidung, wie genau das funktioniert, könnt ihr hier nachlesen: Kleidung aus dem Müll. Kosmetik machen wir selbst und wie wir uns unterwegs allgemein (Produkte und Co ändern sich manchmal) sauber halten, seht ihr im folgenden Video:

Genussmittel brauchen wir keine, wobei Alex raucht. Das sind knappe 5 € für eine Packung Tabak, die ihm sehr lange reicht. Tabak ist vergleichsweise günstig und Alkohol teilweise auch. Für bekannte Namen zahlt man auch hier mehr. Süßigkeiten sind wie schon erwähnt etwas teurer, zumindest das was wir kennen. Weicht man auf typisch spanische Süßigkeiten aus, wird es wieder deutlich billiger.

Vanlife in Spanien – Ausgehen

Wir gehen nicht richtig aus, lediglich ab und zu einen Kaffee, trinken um unsere Geräte im Café aufzuladen. Für einen Milchkaffee zahlen wir ca. 1,50 bis 2 €. Typische spanische Taco-Bars gibt es überall und wenn man sich ein bisschen aus der Touristenzone heraus bewegt, findet man Tacos plus Getränk und kleiner Beilage für 3 bis 4 €.

Mehr passiert bei uns nicht, was das Ausgehen angeht. Außerdem kann man mit dem Wohnmobil sowieso an die schönsten Orte fahren, um dort mit genialer Aussicht zu kochen und anschließend zu genießen. Warum also mehr bezahlen als nötig?

Das war unsere Zusammenfassung. Ich hoffe, das verschafft euch einen kleinen Überblick über das, was das Vanlife in Spanien kostet. Es braucht nicht viel hier unten und das bei schönstem Wetter und Meer.

Habt ihr noch etwas hinzuzufügen oder Fragen dazu? Hinterlasst uns einen Kommentar!

Eure Nadine

Lass uns wissen wie du darüber denkst: