Wir leben nun seit einigen Monaten im Wohnmobil und ziehen unsere erste Bilanz. Was hat sich geändert? Was ist teurer und was ist günstiger geworden?

Das hier sind lediglich unsere Kosten, was nicht bedeutet, dass es bei anderen ebenso ausschaut. Wir leben auch im Wohnmobil sehr minimalistisch und versuchen unsere Ausgaben so gering wie möglich zu halten, um mehr Geld für unsere Abenteuer übrig zu haben. Somit handelt es sich hierbei lediglich um grobe Angaben.

Das Wohnmobil selbst:

Für das Wohnmobil selbst gibt es gewissen Fixkosten, die unumgänglich sind, wenn man ein Leben im Wohnmobil anstrebt. Da wäre zum einen die Steuer und die Versicherung, zum anderen gibt es immer mal wieder ein paar kleinere Reparaturen, die auf Dauer den Geldbeutel erheblich belasten können und natürlich muss das Gefährt an sich auch bezahlt werden. In unserem Fall gab es bisher noch keine Reparaturen, wofür wir sehr dankbar sind. Wir haben uns für ein Wohnmobil älteren Baujahres (’94) entschieden. Da wir noch nicht wissen, ob wir so weitermachen wollen, kam es für uns nicht infrage zu viel Geld in ein Mobil zu investieren. Zudem hätte uns ein neues Modell wohl ein riesiges Loch in den Geldbeutel gerissen – sprich: Wir hätten es uns auch nicht leisten können 😉

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Fixkosten:
Preis für das Wohnmobil: unterschiedlich, je nach Ausstattung und Alter
Steuer: 460€/Jahr
Versicherung: 115€/Monat

Hier muss erwähnt werden, dass unsere Versicherung recht teuer ist. Wir haben uns in manchen Dingen noch nicht vom deutschen Sicherheitsdenken lösen können, suchen derzeit aber nach etwas Günstigerem.

Kosten für Strom, Wasser, Heizung:

Strom bekommt man für gewöhnlich über eine Solaranlage oder, wie bei uns, über eine Wohnraumbatterie. Bisher benötigen wir keine Solaranlage, da wir im Grunde genommen lediglich unsere Geräte aufladen und Strom ansonsten nur für Licht und unsere Wasserpumpe brauchen. Daher kommen wir super mit der Wohnraumbatterie zurecht. Allerdings problematisch, wenn man länger als ein paar Tage an einem Ort verweilen möchte, da sich die Batterie nur beim Fahren auflädt. Hier entfallen alle Kosten, abgesehen von den Anschaffungskosten für eine starke Batterie oder eine Solaranlage, wenn das Fahrzeug noch keine hat.

Wir verfügen über einen 80-Liter-Wassertank, der in regelmäßigen Abständen aufgefüllt werden muss. Fast überall in Europa haben wir bisher kostenlos unseren Tank auffüllen können, abgesehen von Deutschland und sehr touristischen Gebieten. In diesen Regionen kosten 100 Liter Wasser immer zwischen 1 und 3 Euro.

Geheizt wird mit Gas, womit auch der Boiler für das warme Wasser zum Duschen betrieben wird (wir haben aber auch eine Solardusche dabei). Die Kosten für eine 11-Liter-Flasche schwanken in Europa. In Deutschland kostet eine Flasche um die 14 €, wir haben aber auch schon mehr bezahlt und in Portugal kostet uns eine Flasche ganze 25 €, was daran liegt, dass hier viele Menschen noch immer mit Gas kochen und viele andere Gerätschaften ebenso mit Gas betrieben werden. Wir haben im Winter immer 2 Flaschen pro Monat benötigt. In Deutschland sowie in Portugal. Wobei wir aber auch Nächte durchgeheizt haben! Im Sommer braucht man natürlich deutlich weniger Gas. Es gibt jedoch noch immer einige Anlaufstellen, die einem die Gasflaschen (illegal) auffüllen, womit man dann deutlich günstiger wegkommt.

Spritkosten:

Die Spritkosten sind natürlich ebenfalls variabel. Wir haben den Winter in Portugal verbracht. Der Weg dorthin hat uns circa 500/600€ gekostet, wobei wir Mautstrecken grundsätzlich meiden! Wir haben keine Eile 😉

Einmal am Ziel angekommen, fahren wir nur noch um einen Großeinkauf zu machen, den Standort zu wechseln, oder langsam in die ein oder andere Richtung weiterzufahren. Das kostet uns 50/60€ im Monat, da wir wie gesagt auch relativ langsam unterwegs sind und ein Standortwechseln manchmal nur 5 Minuten dauert.

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Leben im Wohnmobil auf Stellplätzen, Campingplätzen:

Wir stehen grundsätzlich frei. Das heißt, wir suchen keinen Campingplatz und auch keinen Wohnmobilstellplatz auf (relativ selten). Wir haben das ein paar Mal gemacht, doch wenn man niemals für eine Übernachtung bezahlt, machen sich 13 € (aufwärts) für einen Campingplatz oder auch 5-10 € für einen gewöhnlichen Stellplatz sofort bemerkbar. Wir suchen dann einen solchen Ort auf, wenn wir keine Lust haben, im Mobil zu duschen, unterwegs Wäsche zu waschen oder der Platz einen besonders tollen Spielplatz hat. Wir lassen diesen Punkt bewusst aus der Rechnung heraus, wollen es aber dennoch erwähnt haben.

Essen und Trinken:

Essen und Trinken ist bei uns recht günstig. Wir haben durchgerechnet und kommen tatsächlich mit 400 € im Monat für unsere Lebensmittel aus. Wir kaufen Obst und Gemüse (wovon sich vor allem unsere Kinder überwiegend ernähren) auf dem Markt und den Rest meist im Bioladen, sollten wir vor Ort einen gefunden haben. Wir sind eine 4-köpfige Familie und für unsere Verhältnisse sind 400 € nicht besonders viel, wobei wir aber auch fast alles selbst herstellen, was preislich einen großen Unterschied machen kann. Ebenso fallen Fertiggerichte weg, keine Milchprodukte, wir trinken keinen Alkohol und keine Säfte etc., was alles ins Gewicht fällt. Für Trinkwasser bezahlen wir derzeit um die 15 € im Monat.

Für uns sind die Lebensmittel seitdem wir im Wohnmobil leben günstiger geworden. Das bedeutet nicht, dass wir auf etwas verzichten. Im Gegenteil, wir müssen nun etwas mehr Kreativität an den Tag legen, damit der (gekochte) Speiseplan auch abwechslungsreich bleibt, was uns ein wenig herausfordert und neues kreieren lässt. So haben wir mittlerweile ein großes Repertoire an einfachen, aber sehr leckeren und gesunden Gerichten, die wirklich nicht teuer sind und wozu man keine teuren Ersatzprodukte benötigt (die sind im Ausland rar und sehr teuer!).

Hygieneartikel:

Da wir die meisten Drogerieartikel wie z. B. Zahnpasta und Deo selbst machen (hier unser Video zur Kinderzahnpasta) und auch unsere Haare überwiegend nur mit Wasser waschen, sind die Kosten hier sehr gering. Im Grunde bleibt hier nur das Klopapier, Waschmittel, Seife und mein Mascara. Meinen Mascara habe ich auch Deutschland und irgendwie wird der auch nicht leer. Übrig bleibt die Seife, das Waschmittel und das Klopapier, evtl. diverse Kleinigkeiten. Da wäre z. B. eine Pinzette, die ersetzt werden musste und Ähnliches. Hier geben wir maximal 20€ im Monat aus.

Wäsche waschen!:

Wäsche waschen kann mitunter eine komplizierte Angelegenheit sein. Nicht in jedem Land findet man an jeder Ecke einen Waschsalon. In Portugal war das nie ein Problem, nahezu jeder Intermarché verfügt über einen Waschsalon. Wir haben uns für knifflige Situationen diesen Waschbeutel besorgt: Scrubba Wash Bag. Ein wirklich tolles und nützliches Teil, nicht nur, wenn man im Wohnmobil lebt/reist. Auch für Backpacker ist das eine super Sache.

Sehr genossen haben wir die Waschhäuser in Portugal. Nette Atmosphäre und auch die Kinder fanden das durchaus spannend.

Meist waschen wir unsere Wäsche jedoch im Waschsalon, was uns bis zu 48 € im Monat kostet. Je nachdem, wie viel Wäsche anfällt. Hin und wieder gibt es kleinere Unfälle und man muss auch die Bettwäsche einmal öfter waschen. Überwiegend kommen wir mit 20-30 €/Monat für das Waschen und Trocknen aus, wobei das nun im Sommer wieder günstiger wird, da wir die Wäsche nun in der Sonne trocknen lassen und auch einfacher von Hand waschen können.

Ausflüge, Stadtbummel, Museen:

Da wir sehr an Kunst, Kultur und Wissenschaft interessiert sind, machen wir regelmäßig Innenstädte und Museen unsicher, was uns manchmal den ein oder anderen Groschen mehr kostet. Ohne Essen gehen, schlägt das mit circa 30/40 €/Monat zu buche und wenn wir das ein oder andere Mal auswärts essen, oder die Kinder eine Kleinigkeit wollen, kommen wir auf 70 €/Monat.

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Internet unterwegs:

Internet unterwegs war in Portugal sehr einfach. Mit unserem mobilen Router hatten wir bisher überall super Empfang und die Kosten hielten sich absolut in Grenzen! Wir haben für 60 GB Datenvolumen nur 30 € im Monat bezahlt. In anderen Ländern gibt es leider keine vergleichbaren Tarife, was uns dann durchaus bis zu 60 €/Monat kosten kann, allerdings mit nicht einmal der Hälfte an Datenvolumen!
Unser Youtubevideo zum Router und Internet unterwegs:

Versorgung allgemein:

Wie oben bereits erwähnt, muss man vielerorts für Wasser bezahlen, meist aber nicht. Die Toilette und das Abwasser kann an sogenannten Versorgungsstationen für gewöhnlich kostenfrei entsorgt werden, manchmal wird aber auch hier eine kleine Gebühr erhoben, die jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt.

Krankenversicherung:

Da wir nicht in Deutschland leben, mussten wir uns eine Auslandskrankenversicherung zulegen. Wir zahlen derzeit für uns alle circa 1660 € pro Jahr, worin aber auch alles enthalten ist. Sobald man eine Auslandskrankenversicherung hat, kommt man problemlos aus der gesetzlichen heraus – so zumindest unsere Erfahrungen.

Summa summarum kommen wir mit 900/1000 € im Monat zurecht. Es schwankt teilweise jedoch erheblich. Es kann einmal 1500 € werden oder auch nur 800 €. Es kommt immer darauf an, wo wir uns aufhalten. Man muss aber bedenken, dass hier wirklich alles enthalten ist! In Deutschland wäre das vielerorts bestenfalls die Miete inklusive Nebenkosten.

Wir sind unendlich dankbar, den Mut gehabt zu haben, um diesen Schritt zu wagen. Viele Dinge sehen wir nun ganz anders und manches hat einen ganz anderen Wert bekommen.

Ich hoffe, einigen von euch nun diverse Fragen beantwortet zu haben 🙂
Wenn noch etwas offen ist, sagt bescheid. Transparenz ist uns wichtig, einfach auch um zu zeigen, was alles möglich ist.

Youtube Leben im Wohnmobil – die Kosten:

Warum wir im das Leben im Wohnmobil so sehr lieben, könnt ihr HIER nachlesen.

Alles Liebe, eure Nadine

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