Darum leben wir im Camper – leben, wohnen, arbeiten im Wohnmobil

Aussteigen, eine Weltreise starten, in der Natur leben, mit der Sonne aufwachen und vielleicht auch ortsunabhängig arbeiten? Klingt alles wie ein Traum? Ist es aber nicht. Jeder kann sich diesen Traum erfüllen, wenn auch nur mit geringem Startkapital. Mit ein wenig Mut und einem festen Willen haben wir uns diesen Traum erfüllt.

Ein Leben, das man wollen muss. Ein Leben, bei dem man ständig aus seiner Komfortzone herauskommen muss. Die Sicherheit eines festen Wohnsitzes haben wir gerne gegen das Leben im Wohnmobil getauscht. Natürlich muss man mehr oder weniger dafür geboren worden sein, man muss die Natur und auch die Menschen lieben, sich aus Neues einlassen können und anpassungsfähig sein. Flexibel bleiben ist hier ein gutes Stichwort, denn es kommt meistens anders als man denkt.

wohnmobil

Wie kommt man auf die Idee im Camper zu leben?

Um das zu tun, was man liebt. Für uns war es immer sehr anstrengend mit unseren Nachbarn auf einen Nenner zu kommen. Manchmal waren die Kinder das Problem, oder dass die Kehrwoche zu unsauber gemacht wurde (ist super 3 Stockwerke zu putzen mit neugeborenem Baby im Tragetuch und einem 4-jährigen der mithelfen will), oder wir haben die Werbepost nicht rechtzeitig aus dem Briefkasten genommen. Was uns überhaupt nicht interessiert hat, war für unsere Nachbarn immer ein Weltuntergang.

Dieses Kleinliche hat uns immer unglaublich genervt, wir wollten einfach nur glücklich und zufrieden sein und leben. Doch das ist für viele ein Unding! Wie kann man nur glücklich sein? Das darf man nicht. Das Leben ist schließlich kein Zuckerschlecken und wir alle haben unser Päckchen zu tragen.

Da machen wir aber nicht mit! Das ist nicht die Welt, die wir unseren Kindern zeigen wollen. Sie sollen das nicht als normal empfinden. Normal sein, bedeutet glücklich sein zu dürfen, tun zu können, wonach einem der Sinn steht und sich nicht ständig sorgen zu müssen. Also haben wir spontan einfach alles aufgelöst und sind mit unseren Rucksäcken ab nach Asien. War schön, aber nicht das Wahre. Nach einem Unfall sind wir zurück nach Deutschland und wussten erst einmal nicht, was wir tun sollten. Wir hingen in der Luft. Dann kam die Idee mit dem Wohnmobil! Gesagt, getan. Seither sind wir zufriedener mit unserem Leben denn je!

Ist es nicht gefährlich in einem Camper zu leben?

Die Sicherheit eines Hauses oder einer Wohnung mit Nachbarn, die immer wieder ein Auge auf die Umgebung werfen, hat man nicht, wenn man in einem Camper lebt. Vor allem dann nicht, wenn man gerne mitten in der Natur parkt. Den Naturgewalten fast schon schutzlos gegenüberzustehen, kann manchmal beängstigend, aber auch atemberaubend sein! Doch gefährlich ist es nicht. Zumindest dann nicht, wenn man sich mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt hat, ein paar Schutzmaßnahmen ergreift und einfach einmal auf das Leben vertraut. Nach bald 2 Jahren, die wir in unserem geliebten Wohnmobil verbringen, hatten wir nicht eine einzige gefährliche Situation. Wir vertrauen hier viel auf unser Bauchgefühl! Sagt das Gefühl Nein zu einem Platz, fahren wir weiter. Bisher war das unser bester Ratgeber!

Das Gefühl der Freiheit

Das haut einen um! Wenn man an den Punkt kommt, an dem man tatsächlich realisiert, dass man von nun an – auf unbestimmte Zeit – immer so leben wird, ist das ein unglaublich schönes, befreiendes und hammermäßig geiles Gefühl!

Sagen zu können: heute schlafen wir im Wald, oder lass uns heute mal am Strand übernachten ist einfach nur unglaublich. Wenn man einen festen Wohnsitz hat, kann man dergleichen nur im Urlaub machen – wenn überhaupt. Doch wir dürfen tatsächlich so leben und arbeiten! Klar haben wir uns das selbst ausgesucht, doch einfach ist der Schritt nicht gewesen. Man muss schon wirklich frei sein wollen. Man muss das Leben fühlen wollen.

Wenn man einmal am Strand aufgewacht ist, am Morgen die Wellen rauschen hört, den Sonnenaufgang direkt am Fenster beobachten kann und den Morgenkaffee am Meer genießen kann, will man nichts anderes mehr.

Es gibt nichts Besseres für unsere Kinder

Ein durchgetimtes Leben mit Arbeiten, spät und müde nach Hause kommen, Kindergarten, Schule, Vereine, Musikunterricht und Hausaufgaben wäre nichts für uns und unsere Kinder. Das heißt nicht unbedingt, dass wir das nicht gutheißen, für viele Menschen ist genau das das Leben. Für uns und unsere Kinder allerdings nicht. Wir sind wild und frei, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und wollen die Welt entdecken!

Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

Meist passen wir den Tag an die Bedürfnisse der Kinder an. Wir fragen, worauf sie Lust haben. Denn nur so können wir ihrem Entdeckergeist und ihrem unbändigen Drang etwas zu Lernen gerecht werden. Es macht Spaß und ist eine wahnsinnig schöne Erfahrung, seinem Kind die Welt und alles, was es wissen möchte zu erklären. Ok – vieles eigenen sie sich selbst an, doch wir lieben es, die beiden auf ihrer ganz eignen Reise zu begleiten.

Vor allem unser Lysander ist ein unglaublich wissbegieriges Kind und saugt sich stetig, wie ein Schwamm, mit allem verfügbaren Wissen voll. Eine Schule könnte ihm derzeit leider nicht gerecht werden. Man lernt nicht aus Büchern, wie man im Leben und in der Welt zurechtkommt, man muss seine eigenen Erfahrungen machen. Genau das tun unsere Kinder.

Was sind die ausschlaggebenden Gründe?

Für uns war es in erster Linie das Reisen. Mittlerweile sind es aber deutlich mehr Gründe, die für ein Leben im Wohnmobil sprechen. Da wäre die gemeinsame Zeit, die wir mit einem 9 to 5 Job/Leben niemals hätten. Es ist schön, sein Leben MIT seinen Kindern zu verbringen und nicht einfach nur nebeneinander zu leben, ohne sich wirklich zu kennen.

Natürlich ist das Leben im Wohnmobil mit Kindern nicht immer Heiter! Aber trotzdem schön. Auf unserem Youtubekanal findet ihr alle Informationen und was man vorher unbedingt wissen muss. Nicht alles ist so romantisch wie es sich anhört, besser man ist gewappnet 😁

Wie oben erwähnt natürlich die Freiheit! Wohl der wichtigste Grund überhaupt.

Für mich ganz persönlich war einer der Gründe das Putzen und allgemein der Haushalt. Ich hasse es. Ja, man kann hier wirklich ein solch negatives Wort verwenden, denn genau das fühle ich, wenn ich an den Haushalt denke. Wenn wir uns anstrengen, ist das Wohnmobil in 5-10 Minuten sauber. Versuch das mal in einer Wohnung. Bei mir ging ein Großteil der Zeit flöten, weil ich immer alles auf- und hinterher geräumt habe. Das hatte mit dem Umzug ins Wohnmobil endlich ein Ende.

Arbeiten wo und was wir wollen. Nicht auf einen Chef angewiesen zu sein, oder anderen die dir sagen, was du tun sollst. Es ist doch eine echt miese Vorstellung, immer nach dem Kopf anderer handeln zu müssen. Zu tun was andere wollen und für richtig halten, ob man das mit sich selbst vereinbaren kann oder nicht. Das ist einfach keine Option mehr für uns. Wir wollen unser eigener Chef sein, machen uns dabei aber auch gerne einmal die Hände schmutzig. Hauptsache wir entscheiden selbst, ob wir wollen oder nicht.

Dem eigen Rhythmus folgen zu können ist wunderbar! Wenn man nicht nach einem Wecker funktionieren muss, sondern einfach aufstehen kann, wann man möchte. Ja, mit Kindern nicht unbedingt einfach, aber das geht schon. Wir haben schließlich keine Termine. Habe ich heute keine Lust, hab ich sie vielleicht morgen. Es tut gut, das sagen zu können.

Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben und schwärmen, komme jedoch zum Ende. Es gibt unzählige Gründe, die für ein Leben im Wohnmobil sprechen, es gibt aber natürlich auch Gründe dagegen. Die sind für uns aber nicht relevant. Wir genießen jeden Moment, lieben das Leben und entscheiden immer aus dem Bauch heraus.

Ein schönes Gefühl ❤️

Alles Liebe, Nadine

One Comment

  1. Pingback: Leben im Wohnmobil - günstiger als ein fester Wohnsitz? Kostenbilanz

Lass uns wissen wie du darüber denkst: